Reisen macht der Verdauung oft keinen Spass

Die Herbstferien sind bei vielen beliebt um vor dem Winter noch einmal richtig Sonne zu tanken, die Seele baumeln zu lassen und zu geniessen. Ob Abenteuertour, Kulturreise oder faulenzen am Strand, etwas vom schönsten ist die Speisevielfalt und das Entdecken neuer kulinarischer Genüsse am Reiseziel. Die ungewohnten Köstlichkeiten und der Reisestress können aber auch auf den Magen schlagen.

Selbst die erholsamsten Reisen bedeuten für den Körper ein gewisses Mass an Stress. Das macht sich auch bei vielen im BereichEisgekühlte Getränke belasten die Verdauung der Verdauung bemerkbar. Die veränderte Nahrungszusammenstellung im Reiseland, die gekühlten Getränke und ungewohnten Essenszeiten (Zeitverschiebung, Jetlag) empfindet unsere Verdauung oft als Stress und Belastung. Wer nicht gerade einen sogenannten «Rossmagen» hat, tut gut daran auf sein Bauchgefühl zu achten. Mit Magendrücken, Magenschmerzen, Völlegefühl und Blähungen oder Verstopfung sagt uns die Verdauung, dass sie das Reisen satt hat.

Die Verdauung braucht Zeit, sich an die neuen Verhältnisse anzupassen. Es empfiehlt sich daher in den ersten Tagen kulinarisch etwas zurückhaltend zu sein. Fettarme und warme Mahlzeiten wie z.B. Gedünstetes oder gegrilltes Gemüse mit Fisch, Suppen oder Gemüseeintöpfe eignen sich besonders gut. Sie belasten die Verdauung nicht noch zusätzlich und diese kann sich langsam umstellen. Auch die Getränkewahl kann der Verdauung viel Gutes tun. Eisgekühlte Erfrischungsgetränke sind zwar fast wie eine kühle Dusche, aber der Magen mag das gar nicht. Der Magenpförtner am Übergang in den Dünndarm verkrampft sich durch die Kälte. Das behindert die Magenentleerung und die Nahrung bleibt wie ein Stein im Magen liegen. Ungekühlte oder gar warme Getränke hingegen sind gut verträglich und können je nach Getränk (z.B. Gewürztee) die Verdauung sogar noch unterstützen. Am Morgen auf nüchternen Magen ist ein Glas heisses Wasser die beste Vorbereitung auf einen kulinarischen Tag.

Tibetische Rezepturen für die reisegeplagte Verdauung

verdauungsbescherden_verdauungsfeuerSolche Beschwerden sind aus Sicht der Traditionellen Tibetischen Medizin auf ein geschwächtes Verdauungsfeuer (tib.: Medrod) zurück zu führen. Die ungewohnte Nahrung und kalten Getränke schwächen das Verdauungsfeuer und das Essen wird nur noch mangelhaft verdaut. Ebenfalls kühlend und verdauungshemmend wirkt Rohkost. Vor allem dann, wenn man sie nicht richtig kaut. 50-100 Kaubewegungen pro Bissen wären optimal. Dann ist die Nahrung richtig zerkleinert und mit dem Speichel durchmischt. So muss die weiterführende Verdauung nicht Aufgaben übernehmen, für die sie eigentlich nicht vorgesehen ist. Als Folge eines geschwächten Verdauungsfeuers zeigen sich Beschwerden im Oberbauch wie Blähungen, Völlegefühl oder ein Gefühl des Unwohlseins nach dem Essen. Der wohl bekannte „Stein im Bauch“.

Scharf und Sauer für eine starke Verdauung

Granatapfelsamen stärkt das Verdauungsfeuer

Die Tibetische Medizin rät bei einem geschwächten Verdauungsfeuer zu scharfen und sauren Gewürzen und Nahrungsmitteln. Bewährt hat sich auch „Se’bru 5“, eine Rezeptur aus der Tibetischen Medizin. Sie kombiniert Granatapfelsamen, Galgantwurzel, langen Pfeffer, Kardamom und Zimtkassia zu einer wärmenden Formulierung. Sie stärkt das Verdauungsfeuer und sorgt für ein gutes Magenklima. Diese Rezeptur wird seit über tausend Jahren erfolgreich in der Tibetischen Medizin angewendet. Auch nach einem üppigen oder fettigen Essen hilft diese Pflanzen-Kombination die Verdauung anzukurbeln.

Die westliche Wissenschaft beschreibt die Wirkung von „Se’Bru 5“ über die Heilpflanzen, die sich durch ihren Gehalt an ätherischen Ölen, Frucht- und Fettsäuren sowie Gerb- und Scharfstoffen auszeichnen. Scharfstoffe aus dem langen Pfeffer und der Galgantwurzel sorgen wie eine Wärmflasche von innen für ein anregendes und wohliges Wärmegefühl im Bauch. Sie beruhigen auch einen gestressten und nervösen Magen (Reizmagen), wie er auf Reisen gerne mal zum Begleiter wird. Weiter normalisieren sie die Magenentleerung, damit schweres und fettiges Essen nicht wie ein Stein im Magen liegen bleibt. Die ätherischen Öle aus Zimt und Kardamom wirken krampflösend, blähungswidrig und fördern die Ausschüttung der Verdauungssäfte. Die Granatapfelsamen unterstützen die Proteinaufspaltung im Magen und verbessern dadurch die Verdauung.

Träger Darm

Wenn die Verdauungsprobleme während einer Reise eher den Darm betreffen und dieser auf den Ferienstress und den veränderten Lebensstil (ungewohnte Essenszeiten, wenig Bewegung) mit Verstopfung reagiert, helfen eine ausgewogene Ernährung mit Ballaststoffen, viel Flüssigkeit (besonders bei heissem Klima) sowie Bewegung und bei Bedarf die Steuerimpulse ausgesuchter Heilpflanzenrezepturen.

5 Tipps aus der Tibetischen Medizin um die Verdauung in den Ferien zu unterstützen:

  1. Wasser ist die beste Medizin

    Wasser gilt als erstes Heilmittel in der Tibetischen Medizin. Morgens als erstes ein Glas heisses Wasser trinken. Das kurbelt den Stoffwechsel und die Verdauung an.

  2. Achten was auf den Teller kommt

    Rohkost wie Salate, zu viel Früchte, Smoothies oder Glacé brauchen viel Wärme zur Verarbeitung und sollten wenn möglich vermieden werden. Aber auch schwer verdauliches Essen wie fettige und frittierte Speisen, Käse oder zu viel Fleisch können auf den Magen schlagen. Speisen wie gekochtes Gemüse, frische Früchte ( nur morgens), Reis, Nudeln, Brot, Fisch oder auch etwas Geflügel resp. Rindfleisch, eignen sich besonders. Dazu viel warmes Wasser trinken.

  3. Wärmende Pflanzen

    Um das Verdauungsfeuer anzuregen, helfen scharfe Gewürze wie Pfeffer, Chili oder Ingwer. Auch für Salatsaucen geeignet. Aber auch Zimt, Langer Pfeffer, Galgant oder Kardamon haben wärmende Eigenschaften und eigenen sich zum würzen oder als Tee-Aufgüsse.

  4. Weniger ist mehr

    In den Ferien möchte man einfach geniessen und alles probieren, bis in die Nacht hinein Abendessen und auch mal ein Glacés zwischendurch schlemmen. Auch wenn es bei den Köstlichkeiten schwer fällt, ist auch in den Ferien ein gewisses Mass beim Essen gefordert. Die Tibetische Medizin empfiehlt die 3er-Regel beim Essen. 1/3 feste Nahrung, 1/3 warmes Wasser, 1/3 Luft also Platz im Verdauungstrakt lassen. So kann sich das Essen gut mit dem Wasser vermischen und leichter verdaut werden.

  5. Verdauungsschnapps ist eine Schnappsidee

    Übermässiger Alkoholkonsum und eiskalte Cocktails bedeuten Schwerstarbeit für die Verdauung. Besonders in Kombination mit üppigen Menüs wird von der Verdauung ein Höchstmass an Leistung erfordert. Wer jetzt aber zum Verdauungsschnaps greift, um die Verdauung zu unterstützen, erreicht genau das Gegenteil. Alkohol hemmt nämlich die Ausschüttung gewisser Verdauungsenzyme. Ergo wird die Verdauung also gebremst und nicht unterstützt.

Posted by lma