Stress reizt den Magen

«Mir schlägt das auf den Magen»! Eine Redewendung, die viele benutzen, um Beschwerden im Oberbauch einen Ausdruck zu verleihen. Dazu gehören der Stein im Bauch, Krämpfe, Völlegefühle, Blähungen, Übelkeit, vorzeitige Sättigung oder das Gefühl eines Knotens in der Speiseröhre. Solche Symptome können auf einen Reizmagen hinweisen.

Was ist ein Reizmagen?

magenklima_tibetische_konstitutionslehreReizmagen ist ein Sammelbegriff für verschiedene Beschwerden im Bereich des Oberbauches, denen keine organische Ursache zu Grunde liegt. Es ist also eine Ausschlussdiagnose. Gereizt ist dabei nicht der Magen selbst, sondern die Magennerven. Es handelt es sich um ein komplexes Problem, das sich nicht nur auf einen Auslöser und ein spezifisches Symptom reduzieren lässt.

Als Ursachen werden eine Veränderung der Magenmotilität (Bewegung der Magenmuskulatur), ein verändertes Schmerzempfinden, gewisse Ernährungsursachen und vor allem psychische Belastungen (Stress, Angst, Überlastung) diskutiert.

Was kann man tun?

Es gibt keine Empfehlung die für alle Betroffenen gilt. Um einen Überblick über die Beschwerden und mögliche Ursachen zu gewinnen, hilft ein Magentagebuch. Wann treten die Beschwerden auf? Wie äussern sich die Symptome? Was wurde gegessen? Ging den Beschwerden etwas voraus (Stress, emotionale Belastungen etc.)? Solche Fragen können helfen, den Ursachen und dem Verlauf auf die Spur zu kommen.

Fettiges aber auch Rohkost ist für viele schwer verdaulich. Kleine, leicht verdauliche Mahlzeiten sind weniger belastend.

Verdauungsfeuer wieder entfachen

Aus Sicht der Tibetischen Medizin ist ein gesundes Verdauungsfeuer (medrod), also die Wärme im Inneren wichtig, um einer geschwächten Verdauung entgegen zu wirken. Ähnlich wie beim Pasta kochen. In lauwarmem Wasser wird die Pasta auch nach langer Zeit nicht gar. Entsprechend braucht auch der Magen genug Wärme, um die Nahrung optimal zu verdauen und aufzunehmen.

Verschiedene Pflanzen können bei einem Reizmagen helfen. Direkt im Magen wirken Scharfstoffe z.B. von Chili, Ingwer, Galgant und langem Pfeffer. Sie beruhigen überreizte Magennerven und normalisieren die Muskelbewegungen des Magens. Kardamom, Zimt und Granatapfelsamen sorgen für ein angenehmes Wärmegefühl (wie eine Bettflasche von innen), unterstützen das Verdauungsfeuermildern Blähungen sowie Krämpfe und fördern eine gesunde Verdauung.

Wenn der Magen sehr stressempfindlich reagiert, sollte man unbedingt auch die mentale Gelassenheit (semde) wieder in Balance bringen. Beruhigende Heilpflanzen, wie Muskatnuss oder Gewürznelken, aber auch Yoga, Meditation, Atemübungen oder progressive Muskelentspannung können für einen mentalen Ausgleich sorgen.

Posted by clz