So hält die Liebe – Tipps für eine glückliche Beziehung

Was wäre die Welt ohne die Liebe? Jeder hat eine persönliche Idee von Liebe und misst ihr einen anderen Stellenwert ein. Doch das Gefühl der Liebe ist bereits seit Menschengedenken die Essenz des Lebens und das wichtigste Element der Menschheit. Glück, Freude und das Mitgefühl würde es ohne die Liebe nicht geben. Auch im Tibetischen Buddhismus spielt die Liebe eine wesentliche Rolle. Die Liebe wird als die letztendliche Weisheit beschrieben. Passend zum Tag der Liebe verrät der hohe buddhistische Meister, Tulku Lobsang Rinpoche, wie beide Partner in der Beziehung langfristig miteinander glücklich sein können und wie man auch schwierige Zeiten meistert.

a-hrefhttpde-freepik-comfotos-kostenlosmann-positive-betreuung-durch-erwachsene-kuscheln_1022692-htmdesigned-by-freepiWir sind ständig in Bewegung. Job, Familie, Sport und Haushalt wollen unter einen Hut gebracht werden. Dies gelingt nur mit einem ausgeklügelten Zeit-Management. Durch diese Schnelllebigkeit nimmt man sich aber kaum noch die Zeit für gemeinsame Stunden mit dem Partner. Dabei sind gerade die Momente der Zweisamkeit so wichtig für die Partnerschaft. „Ein typisches Problem in Beziehungen ist die fehlende Zeit füreinander. Viele verbringen die wenigen gemeinsamen Stunden dann zudem noch damit, über schwierige Dinge aus dem Alltag zu sprechen“, weiss Tulku Lobsang. Besonders wenn man verheiratet ist und Kinder hat, ist diese Gefahr sehr gross. Damit eine Beziehung auf Dauer erfolgreich ist, sollte man sich auf verschiedenen Ebenen dem Partner gegenüber öffnen und geöffnet bleiben.

Ebenen einer Beziehung

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Nach der Tibetischen Konstitutionslehre gibt es drei Ebenen, auf denen Menschen verschiedene Dinge miteinander teilen. „Wir sprechen hier von der äusseren Ebene, die das Leben betrifft, der inneren Ebene, welche den Körper betrifft, und der geheimen Ebene des Geistes“, erklärt der buddhistische Meister. „Das heisst, wir öffnen dem Partner gegenüber sowohl unser Leben als auch unseren Körper und unseren Geist.“ Wenn ein Partner sich auf einer Ebene beginnt zu verschliesen, beeinflusst dies auch alle anderen Ebenen. „Wichtig ist, dass man sich der Gefahr bewusst ist, wie schnell ein solches Verschliessen möglich ist“, so Tulku Lobsang weiter. „Deshalb muss man aktiv daran arbeiten, dass dies nicht geschieht. Die bewusst gemeinsam verbrachte Zeit ist dafür eine gute Grundlage.“

Wie man am besten mit Eifersucht umgeht

Es gibt einen besonderen Grund, warum es in Beziehungen zu Eifersucht kommt. Wenn man eine feste Beziehung eingeht oder heiratet, kommt dies einem Vertragsabschluss gleich. Im Vertrag wird ungefähr Folgendes vereinbart:

  1. Ich mache NUR DICH und niemand anderen glücklich.
  2. NUR ICH darf dich glücklich machen und niemand anderer.
  3. Du machst NUR MICH und niemand anderen glücklich.
  4. NUR DU darfst mich glücklich machen und niemand anderer.

„In vielen Beziehungen sind beide Partner viel zu sehr auf diesen ungeschriebenen Vertrag fokussiert. Das lässt beiden nur sehr wenig Raum“, sagt der tibetische Gelehrte. Sobald das Gefühl entsteht, dass der Partner jemand anderen glücklich macht, sich quasi nicht an den Vertrag hält, kommt auch die Eifersucht.

Vertrauen ist die beste Grundlage

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„Liebe bedeutet jedoch nicht zu kontrollieren, sondern bewusst Freiheiten zu gewähren. Wer der Eifersucht vorbeugen will, schafft Vertrauen. Denn wer einander vertraut, verzichtet auch auf einengende Vereinbarungen“, so Tulku Lobsang weiter. „Wer Vertrauen in seinen Partner hat, freut sich, wenn auch andere Menschen den eigenen Partner glücklich machen. Und umgekehrt sollte man es schätzen, wenn der Partner die Fähigkeit besitzt, andere Menschen ebenfalls glücklich zu machen.“ Es geht hier aber ausdrücklich nicht um Sexualität, sondern um ein „Glücklichmachen“ auf einer nicht-körperlichen Ebene. Wahre Liebe ist offen und nicht eng.

Wer wahrhaft liebt, wird nicht eifersüchtig.

Probleme darf man nicht verschweigen – man muss sie lösen

Eine Beziehung ist niemals statisch, sondern unterliegt einem ständigen Wandel. „Den Beginn einer Ehe oder Beziehung kann man am besten mit dem Pflanzen eines Baumes vergleichen. Damit der Baum wächst und gedeiht, muss man ihn hegen und pflegen. Es bedeutet aber auch, dass man Dinge, die nicht gut laufen, anspricht und ändert. Andernfalls wachsen die Probleme genauso in den Himmel wie der Baum. Irgendwann ist es dann zu spät, um etwas zu verändern. Deshalb ist es so wichtig, Probleme und Wünsche sofort anzusprechen und stets zu versuchen, frühzeitig eine gemeinsame gute Lösung zu finden“, empfiehlt der Meister.

Wege aus der Beziehungskrise

Keine Beziehung besteht nur aus Harmonie und Sonnenschein. Irgendwann kommt eine Herausforderung, die aber nicht in einer Krise enden muss. „In angespannten Phasen gibt es Tulku Lobsang zufolge vier elementare Fragen, die sich beide Partner stellen sollten:

  1. Wo sind wir jetzt?
  2. Wo kommen wir her?
  3. Wo wollen wir hin?
  4. Welchen Weg wollen wir dorthin nehmen?

Zur Beantwortung nimmt sich am besten jeder ein paar Tage Zeit für sich allein. Losgelöst vom Alltag beantwortet jeder Partner für sich selbst die Fragen und schreibt sie auf. Bei einem anschliessenden Treffen tauscht man die Notizen aus und bespricht sie gemeinsam. Idealerweise entsteht daraus ein gemeinsames Buch für die Beziehung“, rät der buddhistische Meister abschliessend.


tulku lobsangTulku Lobsang Rinpoche, ein hoher buddhistischer Meister und Gelehrter der Tibetischen Konstitutionslehre, hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die uralte Weisheit Tibets und die buddhistischen Lehren an Menschen im Westen weiterzugeben, um so zu mehr Gesundheit und Glück auf der Welt beizutragen. Er unterrichtet verschiedene Methoden und Praktiken, die alle zum Ziel haben, das Leiden in der Welt zu verringern. Die Basis seiner Lehren ist das uralte Wissen des Tantrayana, welches den Grundstein des Tibetischen Buddhismus und der Tibetischen Konstitutionslehre bildet. Für seine Lehren erhielt Tulku Lobsang 2015 den „14th Dalai Lama Award of Excellence in Health and Spirituality“. Tulku Lobsang ist Schirmherr und Hauptlehrer von Nangten Menlang International, einem gemeinnützigen Verein zur Förderung der Tibetischen Konstitutionslehre und buddhistischer Philosophie mit Hauptsitz in Wien.

http://tulkulobsang.org

Posted by clz