Wozu sind die Jahreszeiten gut?

Für die Tibeter sind die Jahreszeiten die natürliche Uhr der Erde. Nicht nur das Wetter und die Vegetation sondern auch der Rhythmus ändert sich. Das Äquinoktium (Tag-und-Nacht-Gleiche) und die Sonnenwende bilden die Hauptunterteilung der Jahreszeiten.

Analog findet sich das gleiche Phänomen im Inneren jedes Lebewesens wieder. Gemäss der Tibetischen Lehre widerspiegelt sich dieses Phänomen in den Solar- und Mondkanälen im menschlichen Körper und bilden so die „inneren“ Jahreszeiten. Die meisten kennen die vier Jahreszeiten aber wenige kennen ihre Auswirkungen auf den Körper und den Geist oder wie man sich auf die Umstellung vorbereitet.

Aus Tibetischer Sicht entspricht die Erdrotation dem Leben der Erde, der Wind symbolisiert die Atmung der Erde, die Temperatur ist ihre Lebensenergie und die Lebewesen ihre Produkte. Durch die Veränderungen zwischen der Erdrotation und der Sonne steigt oder sinkt die Temperatur.

Die Zunahme der Erdtemperatur bedeutet das Einläuten der „Frühlingszeit“. Traditionell wird von der erwachenden Lebensenergie der Erde gesprochen. Die Temperatur erreicht ihren Höchstwert im Sommer. Die Reifung und das Austragen der Früchte finden im Herbst statt. Die Schlaf- oder Energiespar-Phase der Erde entspricht dem Winter.

Diese Phasen können bei allen Lebewesen beobachtet werden. Zum Beispiel sind die Geburt, das Heranwachsen, das Altern und das Sterben die natürlichen Prozesse der Lebewesen und den vier Jahreszeiten ähnlich.

Die Jahreszeiten und die Qualität der Ernährung haben einen starken Einfluss auf den Menschen. Sie können die Körperverfassung, die Pathologie und allfällige Symptome beeinflussen. Tibetische Ärzte ziehen die Umstände und die Übergänge der Jahreszeiten bei der Behandlung der Krankheitsursache mit ein. Es sind auch fundamentale Faktoren bei der Genesung, zur Prävention und für das allgemeine Wohlbefinden.

Naturgesetz der Jahreszeiten

shivaraman-aiyer-1074_photo-by-shivaraman-aiyer-on-unsplashZwei Jahreszeiten Sommer und Winter haben entgegengesetzte Kräfte und die anderen zwei Jahreszeiten besitzen eine neutrale Energie. Der Sommer ist im Allgemeinen heiss und der Winter kalt. Dies ist die natürliche Erscheinung, die sich auch in der Veränderung der inneren Körpertemperatur widerspiegelt.

Werden je nach saisonalen Bedürfnissen die Körpertemperatur und die Giftstoffe aus dem Körper ausgeleitet, gesammelt oder gestärkt kann die Gesundheit positiv beeinflusst und verbessert werden.

Der Frühling ist das Aufwachen aus dem tiefen Winterschlaf. Die Erde und der Körper erwärmen sich. Die steigende Temperatur bringt das gefrorene Beken (tibetisch für Schleim, das sich aus Erde und Wasser zusammensetzt) zum schmelzen. Die Kälte bleibt sowohl aussen wie innen noch vorhanden.

Die entstehende Hitze im Sommer durchdringt die Erde und den Körper und wärmt sie von aussen und von innen ganz auf.

geran-de-klerk-136360_photo-by-geran-de-klerk-on-unsplashDie Sonnenwärme nimmt im Herbst allmählich ab und die äussere Temperatur verringert sich. Obwohl es kälter wird, ist die gewonnene Hitze vom Sommer noch vorhanden. Der Herbst und der Frühling läuten den Kälte- respektive den Wärme-Zyklus ein und erhalten so das Gleichgewicht der Energien.

Die starke Kälte im Winter reduziert die Temperaturen. Die Kälte von aussen tritt allmählich in die Erde und den Körper ein. Schliesslich wird die Sommerhitze (Tripa-Energie) vollständig abgekühlt. Erde, Körperteile, Gewebe und Zellen frieren und können einfrieren.

Jahreszeit
Tripa-Energie (Element Feuer)
Beken-Energie (Elemente Erde und Wasser
Energie-Gleichgewicht
Winter ++ gestört
Frühling + + neutral
Sommer ++ gestört
Herbst + + neutral

Natürlicher Prozess der Heilung

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Die Veränderung der Temperaturen der Erde und des Körpers ist eine natürliche Methode um die Energien im Gleichgewicht zu halten, Gewebe und Zellen zu regenerieren und das Heranwachsen und den Alterungsprozess voranzuschreiten. Unterschiedliche Temperaturen der Jahreszeiten geben dem Körper die Bewegungskraft und fördern so den Energiefluss. Dieser wiederum hält die Körperorgane und das Gewebe gesund. Sind Körper und die Energien im Gleichgewicht, hält sie dieser Prozess gesund ohne Krankheiten anzuhäufen. Wenn der Körperzustand nicht ausgeglichen ist, entstehen Blockaden, die sich in Beschwerden manifestieren und zu Krankheiten führen können.

megan-hodges-96122photo-by-megan-hodges-on-unsplashDie Jahreszeiten sind ein natürlicher Prozess der Regeneration und Heilung. Idealerweise passt man sich mit der richtigen Ernährung und dem Verhalten den Bedürfnissen der sich ändernden Jahreszeiten an. Allgemein sind saisonale Nahrungsmittel zu empfehlen. Die Natur liefert die richtigen Lebensmittel für den Köper in jeder Jahreszeit. Je nach Saison kann der Intensitätsgrad der Bewegung angepasst werden. Unterstützend wirken Massagen, Bäder, angemessene Kleidung und die optimale Ausrichtung im Heim. Die Konzentration liegt dabei immer die Energien in Gleichgewicht zu bringen.

Im Sommer wirkt man der Tripa-Energie (Feuer) mit kühlenden Lebensmitteln und Massnahmen entgegen und im Winter wiederum der Beken-Energie, die eher träge, schwer und kalt ist.

So kommen Sie gut durch den Herbst >

Posted by clz