Die Vielfalt machts: Pflanzen als Informationsträger

Kräuterkraft durch Pflanzen

Nach unserem westlichen Verständnis würden wir gerne jeder einzelnen Pflanze einen ganz bestimmten Zweck zuordnen, so wie wir es von bekannten Einzelsubstanz-Medikamenten gewohnt sind: Baldrian ist ein Beruhigungsmittel, Weissdorn ein Herzmittel, etc.

Die tibetische Konstitutions-Lehre beruht jedoch auf anderen Prinzipien. Obwohl den einzelnen Pflanzen auch grob Einsatzbereiche zugeteilt werden, bestehen tibetische Rezepturen nie aus Einzelpflanzen, sondern sind stets Kombinationen aus mindestens drei Bestandteilen.

Pflanzen in der tibetischen Konstitutions-Lehre

Entscheidend ist in der tibetischen Konstitutions-Lehre nicht die einzelne chemische Substanz, sondern der Reiz, der die Kraft des Körpers zur Selbstregulierung anspricht. Die Tibetische Rezeptur wird somit als Informationsträger eingesetzt.

Die Zusammensetzung einer tibetischen Rezeptur beruht auf einem komplizierten System, das hier nur angedeutet werden kann: Die grundlegendste Charakterisierung einer Pflanze ist, ob sie Imbalancen der Hitze- oder Kälte-Konstitution ausgleicht. Dazu werden bei jeder Pflanze die Geschmacksrichtungen, die Wirkkräfte und die Qualitäten in die Beurteilung mit einbezogen.

Immunsystem im Dauereinsatz

Zum modernen Verständnis dieser alten Konstitutions-Lehre benötigen wir neueste wissenschaftliche Erkenntnisse über das Zusammenwirken von Stoffen. PADMA hat es sich zum Ziel gesetzt, die Wirkung der altbewährten tibetischen Rezepturen durch modernste Methoden zu erforschen.

Unser Immunsystem ist für das Zerstören und das Wegräumen aller für den Organismus gefährlichen Stoffe verantwortlich. Dazu gehören auch die in einem lebenden Organismus täglich produzierten Abfälle, wie Trümmer abgestorbener Zellen, Krebszellen sowie in den Körper eingedrungene Fremd- und Schadstoffe der Umwelt.

Das Beispiel Arteriosklerose

Am Beispiel der Arterienverkalkung kann die Aufräumaktion der Immunzellen gezeigt werden: Im Laufe von vielen Jahren lagern sich an den Innenwänden der Arterien bestimmte schädliche Blutbestandteile ab, z.B. Cholesterin, Blutplättchen, Kalk. Unter dem Einfluss gewisser Risikofaktoren wie Rauchen, Zuckerkrankheit, ungünstige Ernährung und/oder Bewegungsarmut wird dieser Vorgang beschleunigt. So schreiten die Ablagerungen in den Arterien immer weiter fort.

Dieser Ablagerungen müssen beseitigt werden. Dies erledigen die Fresszellen, die Mülltruppe des Immunsystems. Die Aufräum-Aktivität der Fresszellen ist von einer Entzündungsreaktion begleitet. Im Normalfall ist dies ein gewünschter Vorgang, bedeutet doch eine Entzündung das erfolgreiche Arbeiten der Immunzellen; normalerweise kehren die Fresszellen nach getaner Arbeit, dem Beseitigen der Schadstoffe, wieder in den Ruhezustand zurück.

Nicht so bei der Arterienverkalkung. Hier bleiben die Immunzellen aktiv, weil sich stets neue Abfallprodukte ablagern. Die Entzündung wird chronisch. Der Körper kann die Kettenreaktion „neuer Abfall – weitere Aktivierung der Fresszellen – weitere Entzündung“ nicht mehr durchbrechen. Die Fresszellen richten sich nun auch gegen gesundes Gewebe und verschlimmern den entzündlichen Zustand immer mehr.

Damit es zur Heilung kommen kann, muss zuerst die Entzündung (hier innerhalb der Blutgefässe) beendet werden. Erst jetzt können die Reparatur- und Abräummechanismen die gefährliche Kettenreaktion stoppen. Schon zur Vorbeugung können pflanzliche Schutzstoffe in diesen gefährlichen Kreislauf regulierend eingreifen.

Die Vielfalt ist entscheidend

Pflanzen beinhalten viele verschiedene Schutzstoffe. Aus der natürlichen Vielfalt der in den tibetischen Rezepturen enthaltenen physiologisch wirksamen Stoffe möchten wir folgende Funktionsgruppen (wobei jede Gruppe wiederum aus mehreren Einzelsubstanzen aufgebaut ist) vorstellen:

  • die Gerb- und Bitterstoffe (Tannine). Sie wirken anregend auf die Verdauungsfunktionen und haben entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften.
  • die pflanzlichen Farbstoffe in Blüten, Blättern und Stengeln (Flavonoide). Diese wirken antimikrobiell , sie unterstützen Immunfunktionen und hemmen Entzündungen. Sie sind antioxidativ wirksam.

Wichtig ist die Vielfalt der enthaltenen pflanzlichen Schutzstoffe. Sie enthält physiologisch wichtige Informationen, die als sanfte Hilfestellung für den Organismus wirken. Eine bisher ungeahnte Vielzahl pflanzlicher Schutzstoffe ist in der Lage, die verschiedensten Abwehrfunktionen zu steuern.

Ein Beispiel davon sind „Antioxidantien“. Das sind jene Stoffe die unser Körper benötigt, um sich vor schädlichen Umwelteinflüssen zu schützen. Diese wichtige Gruppe von Schutzstoffen kommt im Pflanzenreich in einer ungeahnten Vielfalt vor und leistet neben Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Immunabwehr.

Cocktail der Schutzstoffe

Jede Entzündungsreaktion löst eine Kette von Reaktionen aus. Jedes Glied der Kette muss schrittweise entschärft werden.

Bekannt sind die wichtigen, weil an vorderster Front kämpfenden Viamine E und C, auch Selen spielt eine wichtige Rolle. Doch um wirklich erfolgreich zu sein müssen diese primären Faktoren in einen Cocktail von pflanzlichen Schutzstoffen eingebettet sein.

Es ist wie bei einer Pyramide. Zuoberst finden sich einige wenige Steine (die Vitamine). Doch niemand wird beginnen eine Pyramide von oben zu bauen. Man benötigt ein breites Fundament. Dieses Fundament wird von von der Vielzahl der pflanzlichen Schutzstoffe gebildet, die dem Körper bei seinen Entgiftungsfunktionen unterstützen. Zusätzlich können die pflanzlichen Schutzstoffe die körpereigenen Vtamine rezyklieren, wodurch diese länger ihre Schutzfunktion ausüben können.

Diese Erkenntnis vom schützenden Zusammenwirken vieler Stoffe wurde von den tibetischen Gelehrten meisterhaft umgesetzt und findet sich in den Padma-Rezepturen wieder. Dass die Erkenntnis vom Zusammenwirken bereits in diesem alten Wissensschatz enthalten ist überrascht selbst moderne Forscher. Denn entdecken jetzt in mühsamer Kleinarbeit, was an Erkenntnissen in altem Heiltraditionen steckt.

Posted by Herbert Schwabl